Heft 21 – Auftrag Entwaffnung

Fremdenlegionäre in der Mission Sangaris 2013

Die Zentralafrikanische Republik steckt schon seit mehr als einem Jahrzehnt in der Krise. Im März 2013 nahm die Rebellengruppe der sich benachteiligt fühlenden Muslime des Landes, Séléka, die Hauptstadt Bangui ein und entmachtete den Staatspräsidenten François Bozizé. Nachdem Bozizé das Land verlassen hatte, schlossen sich christliche Milizen zur „Anti-Balaka“-Allianz zusammen und führten zahlreiche Anschläge gegen Séléka, aber auch gegen die zivile muslimische Bevölkerung aus. Beide Gruppen verübten schreckliche Massaker an der jeweils andersgläubigen Zivilbevölkerung. Mehr und mehr wurde die Religionszugehörigkeit für den Kampf um die Macht im Land mißbraucht und ließ keine tragfähigen Friedensverhandlungen zu. Hilfe sollte von außen kommen. Frankreich und die Vereinten Nationen, die dem Völkermord ein Ende setzen und der drohenden Flüchtlingskrise in den benachbarten Staaten zuvorkommen wollten, bereiteten eine Resolution vor, die es gestattete, aktiv in das Geschehen in der Zentralafrikanischen Republik einzugreifen. Der internationale Sicherheitsrat stimmte zu, und für die nächsten zwölf Monate wurde ein begrenzter MISCA-Einsatz zur Wiederherstellung der Ordnung im Land beschlossen. Zu diesem Einsatz wurden auch französische Streitkräfte hinzugezogen, die die Befugnis erhielten, alle für das zu erreichende Ziel notwendigen Mittel ein­zusetzen. 

Bereits im Vorfeld trafen erste kleine Kontingente des in Libreville, der Hauptstadt Gabuns, stationierten 25. Air Engineer Regiments am Flughafen M’Poko von Bangui ein, sechs Tage später wurden weitere zweihundert Mann nach Bangui verlegt, genauso wie Legionäre der Fremdenlegion, die gemeinsam mit den später entsandten Blauhelmen für Frieden in dem aufgewühlten Land sorgen sollten. Die Mission „Sangaris“ hatte nur den einen Auftrag: mit Unterstützung der afrikanischen MISCA-Truppen die beiden verfeindeten Volksgruppen voneinander zu trennen und sie so schnell wie möglich zu entwaffnen, um so weiteres Blutvergießen zu vermeiden.

Ein undankbarer Auftrag: Keiner der Soldaten sollte Partei ergreifen und war somit ein potentieller Feind für beide marodierenden Völkergruppen. Zudem waren Franzosen in der ehemaligen französischen Kolonie Zentralafrikanische Republik nicht sonderlich beliebt. All das bekamen die Legionäre zu spüren, als sie nach Bangui aufbrachen. Zwar hatten die Legionäre den Befehl nicht auf die leichte Schulter genommen, aber der Einsatz gegen die Milizionäre lief schnell aus dem Ruder…

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