Heft 22 – Operation Serval

Die Fremdenlegion im Kampf gegen Terrormilizen in Mali 2013

2012 rückte plötzlich ein Land in den Fokus der Öffentlichkeit, das bis dahin zu den gemäßigten Zonen Afrikas gehört hatte – Mali. Nach mehreren Anläufen schafften es die Tuareg-Kämpfer der „Nationalen Bewegung für die Befreiung von Azawad“ (MNLA) mittels eines Militärputsches, die Regierung zu stürzen. Im Norden zersplitterte in den darauffolgenden Monaten die Rebellenbewegung in einen po­litischen und einen radikal-religiösen Flügel. Verhandlungen zwischen der nationalen Übergangsregierung und den Aufständischen scheiterten Ende 2012. Im Januar 2013 rückten daraufhin starke is­lamistische Verbände bis ins Zentrum des Landes vor und bedrohten die Hauptstadt Bamako. Die Aussicht auf ein radikales, expansionistisches Ka­lifat inmitten der Sahelzone rief die ehemalige Kolonialmacht Frankreich auf den Plan, das die Anti-Terror-Mission „Serval“ ins Leben rief. Mitte Februar 2013 standen sich salafistische Dschihadisten und Einheiten der französischen Armee sowie die an der Seite Frankreichs kämpfenden Truppen des Tschad im Ametettai-Tal gegenüber. Das Ametettai-Tal war seit geraumer Zeit der Rückzugsort der Dschihadisten und als solcher gut gesichert. Der Ort Ametettai stellte ihre Hauptbasis dar.
Die nachrückenden Einheiten der französischen Armee, darunter das 2. Fallschirmjäger-Regiment der Fremdenlegion, nahmen die Städte Tessalit und Aguelhok ein. Kurz danach weiteten sich die Unternehmungen auf das Adrar-Gebirge und zum Ende des Monats auch auf das Ametettai-Tal aus.
Um das Tal unter die Kontrolle der beiden vorrückenden Parteien zu bringen, wurde von drei Seiten aus gleichzeitig angegriffen. Von Westen drangen die französischen Truppen gegen das Tal vor, von Osten die tschadische Armee. Zusätzlich wurde noch eine Gruppe Fremdenlegionäre von Norden aus auf den Weg gebracht, die den wohl schwersten Teil im Kampf gegen die Rebellen zu bestehen hatten, da sie zu Fuß durch das bergige, zerklüftete und von glühender Hitze erfüllte Gelände vorrücken mußten. Sie be­gaben sich auf ein Gebiet, das dem Gegner zahlreiche Möglichkeiten bot, die vorrückenden Legionäre unbemerkt anzugreifen, aus Höhlen, aus massiven Felsvorsprüngen, aus getarnten Stellungen am Boden und in den Bergen. Kaum hatten sich die Legionäre von einem Feuerüberfall erholt, tappten sie in den nächsten Hinterhalt, die Einnahme des Tals schien einmal mehr unmöglich…

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